BREAKING: Mein Sky-Frust!

Anfang Dezember kochte es in mir endgültig hoch. Gefrustet von den Ereignissen, die sich an diesem Tag auf Sky abspielten, klappte ich meinen Laptop zu und ging an die frische Luft. Eigentlich wollte ich mir Schalke gegen Köln ansehen, doch die Lust auf das Abendspiel war mir vergangen.

Was war passiert? Theoretisch müsste ich jetzt kilometerweit ausholen, um das zu erklären, doch ich mache es möglichst kurz. Schon vor der Samstagskonferenz und somit vor dem Spiel der Dortmunder in Leverkusen, fragte Esther Sedlaczek den damaligen Trainer Peter Bosz, wie es um seinen Job stehe. Gespannt wartete ich auf die Antwort, denn die Nachfrage war legitim.

Doch es blieb nicht bei der bloßen Nachfrage. Der gesamte Sinn des Gesprächs lag quasi darin, den damaligen BVB-Trainer darüber auszuquetschen, wie seine Zukunft denn nun aussehe. Ungeachtet der Tatsache, dass dieser keine Auskunft geben wollte, überspannte Sedlaczek den Bogen sogar ein weiteres Mal.

Sie besaß tatsächlich die Respektlosigkeit, Bosz nach möglichen Nachfolgern beim BVB zu befragen. Der Trainer wurde in eine Ecke gedrängt, in der er sich sichtbar unwohl fühlte.

Fremdscham ist im Prinzip gar kein Ausdruck mehr dafür, was ich in diesen Sekunden spürte. Und das ist das Letzte, was ich bei Vorberichten auf ein Fußballspiel empfinden möchte.

Doch Sky wäre nicht Sky, wenn sie das Ding nicht noch am selben Abend im Vorlauf des Abendspiels weiter ausgereizt hätten. Trainer des Effzeh war damals Peter Stöger. Er stand noch mehr mit dem Rücken zur Wand als Bosz.

Stöger hatte höchstpersönlich die Diskussion um seine Person befeuert. Trotzdem zeigte sich Sky erneut von seiner respektlosen Seite. Kölns Trainer war in der Liveschalte darum bemüht, die Aufmerksamkeit auf die kommenden 90 Minuten zu lenken.

Doch der Pay-TV-Sender kannte kein anderes Thema als die bevorstehende Entlassung. Ein ums andere Mal bohrte die „Expertenrunde“ nach, und wurde dabei immer penetranter und nerviger. Der gesamte Vorbericht mutierte zu einer Talkrunde um Peter Stögers Zukunft, statt den Zuschauer auf das vorzubereiten, was ihn am Abend erwarten würde. Doch viel wichtiger als meine Erwartungen: geht man so mit den Leuten um, für die Menschen diesen Sender hauptsächlich bezahlen?

Versteht mich nicht falsch: diese Frage muss gestellt werden. Die Fans wollen wissen, was in den nächsten Wochen passiert. Doch wenn Stöger nach fünf Fragen zu seiner Person nichts preisgeben möchte, dann wird er das auch bei der sechsten Nachfrage nicht tun. So schwer ist das eigentlich nicht zu verstehen.

Ich jedenfalls hatte dann keine Lust mehr auf Fußball, und ging angewidert an die frische Luft. Seitdem ist viel Zeit vergangen. Sky hat sich damals nicht das erste Mal in Sachen Gesprächsführung komplett entblößt. Es war auch nicht das letzte Mal.

Anfang Mai diesen Jahres machte der FSV Mainz 05 sensationell in Dortmund den Klassenerhalt klar. Im Interview wirkte Trainer Sandro Schwarz erleichtert und überglücklich. Er schwärmte von seiner Mannschaft und wollte darüber sprechen, wie groß diese Leistung war. Reporter Stefan Hempel hingegen hatte so gar kein Interesse an dieser positiven Stimmung.

Er fragte einmal ganz direkt, wie es denn nun mit der Zukunft des Sportdirektors Rouven Schröder aussehe. Er muss das ja fragen…

Als wäre es nicht absurd genug, diese Frage dem Trainer zu stellen, der da kein Mitbestimmungsrecht hat, wiederholte Hempel sie noch drei weitere Male mit anderer Satzstellung, statt die tolle Leistung der Mannschaft zu würdigen.


Sky hat sich innerhalb von wenigen Jahren auf eine Stufe herunter begeben, die der BILD-Zeitung in Nichts nachsteht. Auch die sensible Mertesacker-Debatte bei Sky90 hatte eher den Eindruck hinterlassen, dass einige sich angegriffen fühlten, statt Hintergründe der Aussagen zu recherchieren. Differenzierte Argumentation geht jedenfalls anders.

Das ist die traurige Realität. Der Pay-TV-Sender hatte lange Zeit das alleinige Monopol und wird auch in den nächsten Jahren der Hauptanbieter für die Bundesliga-Spiele sein. Das Sportangebot wird dabei immer geringer – Premier League und La Liga haben sie komplett verloren, Bundesliga und das Europapokal-Angebot werden immer kleiner, auch andere Sportarten konnte Sky nicht halten.

Die Preise wurden und werden aber  immer teurer, weil der Anbieter für die Lizenzen immer mehr bezahlen muss. Für den Kunden bleibt aber das Gefühl, immer mehr für immer weniger zu bezahlen. Immerhin gibt es Rückholangebote, mit denen sich Sky einige verärgerte Kunden zurückholen konnte, die sie vorher mit Füßen getreten haben.

Auf Twitter wurde neulich ein Dialog mit dem Kundenservice veröffentlicht. Die Kundin sollte mit einem tollen Angebot ihrer bisherigen Pakete gehalten werden. 36,99€ für Welt, Sport und Bundesliga wären doch super.

Das Problem war nur, dass die Kundin vorher 26,99€ bezahlte. Nachdem der Kundenservice den offensichtlichen Fehler eingestanden hatte, legte er resignierend auf. Das kann ja mal passieren. Es ist aber kein Einzelfall und es spricht gegen guten Service und Kundennähe.

In den Rückholaktionen zeigt sich noch ein weiteres Problem: das Preiskonzept. Es ist unfassbar kompliziert und nervig, sich bei Sky durch die Preispolitik zu kämpfen. Während Streamingdienste mit ihrer Einfachheit punkten und meistens einen Preis für alle Kunden anbieten, ist man bei Sky jedes Jahr darum bemüht, sich über die derzeitigen Preise bei anderen Konsumenten zu informieren. Warum zahlt der eine Kunde beispielsweise 20€ für dasselbe Paket, das ich für 25 oder 30€ im Monat erworben habe? Warum ist die Struktur eines Paktes plötzlich völlig anders?

Und dann gibt es da noch die Werbung, die der Sender uns während der Bundesliga-Spiele ganz subtil vermittelt. Mit grässlichen Wortspielen versuchen die spürbar rot anlaufenden Kommentatoren, schräge Überleitungen zum eigenen Abendprogramm zu finden.

Das bekannteste Beispiel dürfte der Jahrhundert-Boxkampf gewesen sein. Gefühlt wusste ich damals mehr über diesen Kampf, als ich bei Sky in den Vorberichten über die anstehende Partie gelernt habe. Traurig.

Noch schlimmer sind diese riesigen Werbebanner, die Sky während des Spiels mehrfach über den gesamten Bildschirm spannt. Ich habe wenig Interesse daran, einen Chips futternden Bastian Schweinsteiger zu beobachten. 

Hier wird Sky vermutlich das legitime Argument bringen, dass auch für sie alles teurer wird. Gut, das mag sein. Aber für mein Empfinden denkt Sky nicht mal darüber nach, wie man beides so verbinden kann, dass der Kunde es zumindest akzeptieren kann. Es gibt keinen Mittelweg, sondern wegen des Monopols lediglich den Sky-Weg.

Kommentatoren werden in Trash-TV-Formaten zu Comedy-Verschnitten, Experten dreschen lieber Phrasen als vorbereitet und kompetent zu erscheinen, und vor den Spielen entsteht bei mir eher Fremdscham als Vorfreude.

Meine Konsequenz daraus ist, dass ich meinen Fußballkonsum bei Sky mittlerweile auf die reine Spielzeit beschränkt habe. Dabei kam mir der Gedanke, dass ich vielleicht alleine bin mit meiner Meinung. Oder zumindest der, dass meine Blase eher der Minderheit angehört.

Vielleicht bin ich nicht die Zielgruppe. Vielleicht will der Großteil der Fußball-Fans auch einfach diesen ganzen Quatsch sehen. Vielleicht lieben die Menschen es, wenn eine halbe Stunde dieselbe Person nach der Zukunft gefragt wird, und der Trainer mit Respektlosigkeiten in die Ecke gedrängt wird. Experten, die polarisieren, sind scheinbar gern gesehen. Egal wie kompetent sie tatsächlich sind: viele glauben ihnen.

Fakt ist, dass Lothar Matthäus beispielsweise in Deutschland immer noch einen sehr guten Ruf hat. Seine Meinung wird gern gehört. Würde man einen Großteil der deutschen Fans befragen, würde Matthäus vermutlich als toller Experte gelten, der auch mal auf den Tisch haut.

Das lässt sich mit meinem Bild einfach nicht vereinbaren. Dafür wirkt mir Matthäus regelmäßig zu unvorbereitet. Dafür sind mir seine Phrasen zu gleich. Jede Woche erzählt er dem Zuschauer etwas von Mentalität und Einstellung. Selten geht er auf Spielabläufe ein, und erklärt nachvollziehbar, warum eine Phase des Spiels so läuft wie sie eben läuft.

Seine Erklärungen sind simpel. Das dürfte vielen gefallen. Aber sie treffen eben auch selten den Kern des Geschehens und wirken auf jedes Spiel anwendbar. Im Dezember 2017 verglich er den Punkteschnitt des BVB ohne Aubameyang mit dem Punkteschnitt der Dortmunder mit ihrem Stürmer. Zehn Spiele standen dabei Hunderten gegenüber.

Dass die Aussagekraft dieser Statistik nicht allzu groß ist, war nicht so wichtig. Sie hat immerhin die eigene Meinung untermauert.

Als Frank Buschmann Matthäus vor einigen Monaten in Schutz nahm, hatte er aber trotzdem nicht unrecht. Der Weltmeister ist durchaus ein guter Gesprächspartner, wenn es um bestimmte Bereiche des Fußballs geht.

Er wirkt aber in jedem Fall deplatziert, wenn er Spiele analysieren oder den Fan auf eine spezielle Partie oder Situation vorbereiten muss. Problematisch ist zudem, dass seine Meinung nur selten angegriffen wird. Warum greift Sky nicht mal kontroverse Aussagen auf und lässt sie diskutieren? Häufig steht Matthäus so als Meinungsmacher da, obwohl seine Aussagen stark an unbelegten Populismus grenzen.

Dass Experten manchmal falsch in Szene gesetzt werden, wird auch an Dietmar Hamann deutlich. Der wirkt genau dann sehr angenehm, wenn er über Fußball sprechen darf und sich nicht mit Nebensächlichkeiten auseinandersetzt oder auseinandersetzen muss. Ob man dabei immer dieselbe Meinung vertritt wie er, ist erstmal nebensächlich. Er macht immerhin den Eindruck, als würde er sich auf seinen Job entsprechend vorbereiten und argumentiert in vielen Fällen nachvollziehbar. Auch hier täte manchmal aber eine Gegenmeinung gut.

Bei den Sky-Experten hat sich eine vermeintliche Elite gebildet. Sie sind fast ausschließlich Ex-Fußballer/Funktionäre, die aber zu Teilen trotz ihrer Erfahrung zu wenig Know-How bieten. Namen von Spielern werden falsch ausgesprochen, Statistiken gehen selten über „3 Spiele in Folge ungeschlagen“ hinaus und es entsteht der Eindruck, dass die Vorbereitung nicht nötig ist. Es sind ja anerkannte Meinungsmacher, die da sprechen.

Das grenzt an Ignoranz und Arroganz. Es gibt so viele Möglichkeiten, den Fußball anschaulich zu erklären. Sky bleibt dem altmodischen Ex-Profi treu, der die Welt mit simplen Phrasen und Sprüchen beschreibt.

Sky bleibt damit auch in nahezu jeder Vorberichterstattung nur an der Oberfläche des Geschehens, obwohl niemand so lange vor Anstoß mit der Übertragung anfängt. Die Sensationslust steht über allem. Tiefgründigkeit bleibt aus, und so überträgt sich auch auf den Zuschauer eine Oberflächlichkeit, die sich wiederum in den Kneipendiskussionen widerspiegelt. Ich glaube nämlich, dass auch die simpelsten Fußball-Fans, die sich für die Tiefenstruktur des Fußballs nicht interessieren, sich eine differenziertere Meinung bilden würden, wenn ihnen mehrere Perspektiven eröffnet würden.

„Die mögen den Loddar eben“, ist das vorherrschende Argument. Das legitimiert aber nicht den fehlenden Anspruch. Warum traut man sich eigentlich nicht, Experten einzustellen, die mehr als einen großen Namen und Polemik können? Warum eröffnet man keine Multiperspektivität für den Zuschauer? Sind die großen Namen dann beleidigt?

Vor Champions-League-Spielen entsteht bei Sky manchmal ein ziemlich guter Vorbericht, wenn die Experten am Tisch aus verschiedenen Bereichen kommen. Beispielsweise ein Taktikexperte gemischt mit (Ex-)Funktionären/Profis und Journalisten. Daraus resultieren belebte Diskussionen, die vielseitig und auch vielschichtig sind. Gefühlt wird jedes Bedürfnis bedient, weil mehrere Meinungen entstehen, die automatisch kontrovers sind.

Allerdings ist selbst das selten der Fall, weil Sky einerseits nur selten solche Kombinationen an einen Tisch setzt, und andererseits die Experten stark in ihrer Meinung begrenzt werden, indem nach zwei oder drei Sätzen unterbrochen wird. Mehr als Ansätze bleiben hier also auch nicht.

Sky war zu Zeiten von Premiere und in den ersten Jahren als “Sky” mit mehr Niveau und Respekt ausgestattet. Damals gab es noch das Bemühen, den Möglichkeiten entsprechend in die Tiefe zu gehen und gute, respektvolle Gespräche zu führen.

Ich habe gerne das Drumherum konsumiert. Es war eine gute Balance aus Qualität und Quantität vorhanden, die nun fast gänzlich verloren ging. Das Schlimmste daran ist meine Hilflosigkeit. Ich werde daran wohl nichts ändern können. Für Sky scheint die Welt in Ordnung zu sein. Sonst würde man ja etwas ändern.

Skys Boulevard-Entwicklung lässt sich aber vermutlich an Reiner Calmund am besten erklären. Es schien in den letzten Jahren so, als hätte der Ex-Manager in fußballfernen TV-Formaten im Privatfernsehen seine Passion gefunden. Nun erzeugt er zumindest bei mir dieses beschriebene Fremdschamgefühl im Sportfernsehen.

Ich kann mich an keinen Beitrag von ihm erinnern, der einen wirklichen Mehrwert hatte. An Polemik und gezwungenem Humor ist das kaum zu überbieten. Das alles ist bekanntlich subjektiv. Und vielleicht ist es wirklich so, dass ich einfach nicht (mehr) in Skys Zielgruppe bin. Irgendeine Legitimation müssen sie ja haben, Calmund als „Kult“ zu verkaufen. 

Von einem Pay-TV-Sender erwarte ich mir allerdings (auch) fachliche Vorbereitung auf das Spiel. Ich brauche keine fürchterlichen Skype-Gespräche mit Fans aus Indonesien, die man eh kaum versteht und die denselben Mehrwert haben, als würde ich Thomas Hayo aus seiner Mode-Blase ziehen und als Experten für Fußball verkaufen. Oh…

Irgendwelche pseudomodernen Beiträge von YouTubern und Experten aus teils komplett anderen Bereichen als Fußball (Mode, andere Sportarten), die mir meinen Verein erklären wollen, sind mir einfach suspekt, wenn es keine fachliche Gegenkomponente gibt.

Ich will Fußball sehen und habe die Erwartung an den Vorbericht, dass ich auf den neuesten Stand gebracht werde. Dazu zählen auch kritische Nachfragen, ja. Aber eben keine respektlosen. Ich möchte mich nicht mehr fremdschämen, wenn ich einen Sender gucke, für den ich bezahle.

Und ja, unterhaltsame Formate, die mit Fußball wenig zu tun haben, sind hier und da auch okay. In einen Vorbericht gehören sicherlich auch mal fußballfremde Themen oder Interviews mit Menschen aus anderen Bereichen. Bei Sky gibt es die fachliche Seite aber kaum noch – auch wenn mir die Verantwortlichen voraussichtlich widersprechen würden. Alles driftet in den „Unterhaltungs“bereich, um es mal wohlwollend zu formulieren.

Eurosport zeigt für mein Empfinden, dass es auch anders geht. Dass man diesen Boulevard-Scheiss (sorry not sorry!) nicht mitmachen muss, um immer mehr Klicks und Aufmerksamkeit zu erzeugen. Nicht jeder will Matthias Sammer 90 Minuten über Taktik schwadronieren hören.

Ich liebe das, und ich könnte ihm auch 180 Minuten zuhören. Aber Eurosport weiß darum, dass dieses Extrem ebenso wenig förderlich wäre wie das von Sky praktizierte. Sie finden einen Mittelweg. Angenehme Gesprächsführung mit Gästen, die gelegentlich auch mal kritisch hinterfragt werden, wechselt sich mit nebensächlichen, eher lockeren Beiträgen und Fachanalyse ab.

Auch das ZDF war mit Oliver Kahn lange Zeit auf einem sehr guten Weg. Das scheint aktuell etwas zu stagnieren, ist aber immer noch um Welten besser als das, was Sky so anbietet.

Ein besonderes Lob hat sich zudem DAZN verdient, die den Fußball für mein Empfinden perfekt rüberbringen. Die Vorberichte sind meist knapp gehalten, bereiten mich aber in nur wenigen Minuten darauf vor, was mich erwartet. Die erfahrenen Kommentatoren werden zudem permanent von Experten unterstützt, die tatsächlich erklären können, warum etwas gerade passiert ist, ohne in abgehobene Fachsprache abzudriften oder platte Standardphrasen hinsichtlich Einstellung und Mentalität rauszuhauen.

Nahbar, kompetent, angenehm und vor allem nicht künstlich – DAZN macht vielen Konkurrenten vor, wie es funktionieren kann. Bei Sky wollte man zuletzt an der Emotionalität schrauben, um Nähe zum Zuschauer zu erzeugen. Kommentatoren schreien mehr rum denn je und jeder Fliegenschiss (sorry not sorry again!) wird zur Sensation heraufbeschworen. Das ist einfach künstlich und nervig.

Bei Sky geht es offenbar nur noch um Quantität und Geschwindigkeit. Möglichst viele Trash-Formate wie Buschis Sechserkette und möglichst lange Vorberichte, die aber nicht mit relevanten Inhalten gefüllt werden können zählen zum Standard. Auch die Social-Media-Strategie geht in diese Richtung.

Ohne Rücksicht auf Moral wird alles gepostet und verskandaliert, weil es scheinbar funktioniert. Weil Aufmerksamkeit erzeugt wird. Den Twitter-Account musste ich bereits blockieren, weil der Fußball zur Nebensache geworden ist. Oft werden Artikel, die keine fünf Sätze lang sind, mit nervigen Clickbait-Überspitzungen vermarktet. Grausam. Für mich ist es auch kein gutes Argument, dass Spox, Sport1 und andere Medien in diese Richtung gehen. Mist bleibt auch dann Mist, wenn es alle machen. Schämen die sich nicht selbst dafür?

Eine Entwicklung, die nicht unbekannt ist, die mich aber immer wieder auf die Palme bringt. Gerade im Pay-TV erwarte ich etwas mehr Niveau.

Die Entwicklung ist bedauerlich, wird aber durch Quoten, Hype um den Sport und Ignoranz vermutlich bestätigt. Ein Kreislauf, der wohl nicht zu stoppen ist. Sky hat sich vom Niveau verabschiedet und wird an seinem Kurs tendenziell nichts ändern.

Und so bleibt für mich eigentlich nur noch der sukzessive Abbau des Fußballkonsums. Entweder durch eine baldige Kündigung oder das Beschränken auf das Wesentliche: die 90 Minuten, in denen der Fußball oftmals für sich sprechen darf, wenn gerade kein Werbebanner über die Hälfte des Bildes geht oder der Kommentator den x-ten Jahrhundertkampf ankündigt.

Wahrscheinlich wird es bei der Reduzierung bleiben, da mein Hobby es von mir verlangt, die Spiele zu sehen. Dieses Hobby ist für mich essenziell.

Damit bin auch ich nur ein weiterer genervter Kunde, der abhängig von einem Sender ist, zu dessen Zielgruppe er sich seit Längerem nicht mehr zugehörig fühlt. Das muss ich eingestehen: ich meckere, werde aber weiterhin Kunde sein. Eine letzte Hoffnung wäre, dass das Monopol weiter aufweicht, und Sky die Bundesliga-Lizenz irgendwann verliert. Doch das ist derzeit nicht absehbar. Leider.

Und so schaue ich weiterhin Sky und schäme mich an vielen Stellen fremd. Zumindest wenn mein Sky-Go-Stream, den ich oft benötige, auf meinen iOS-Geräten irgendwann zuverlässig funktioniert. Aber das hätte noch einen eigenen Artikel verdient. Trotz bisher über 2700 Wörtern.

Advertisements